Was soll die Meditiererei?

Wenn Du Ja sagst..

Warum meditieren? Was bringt das? Einfach nur rumsitzen und nichts tun? Besonders jetzt und heute, wo doch eigentlich so viel ansteht und wir dringend was TUN sollten!
Was Dir Meditieren wirklich bringen kann und warum es nicht immer nur ums Tun geht, dazu möchte ich Dir heute etwas erzählen:

Als ich das erste Mal im Dojo meines damaligen Meisters saß, da wusste ich, ich würde jetzt gleich fünf Minuten meditieren „müssen“. Zazen war angesagt. Jede unserer Iaido-Stunden sollte zukünftig so anfangen. Und was soll ich sagen, ich hatte ein Bisschen Angst davor.

Man(n) liest ja gerne und viel. Und da wusste ich, was ich vom Thema Meditation zu erwarten hatte. Du weisst schon. Die ganze Nummer mit Gedanken beruhigen, Atemzüge zählen, stillsitzen, nicht schlucken etc. Nun war ich ja ein furchtbar verkopftes Wesen und war auch noch stolz darauf, dass mein Verstand ziemlich gut funktioniert und – ich gebe es zu – ich habe mich oft auch über meinen Verstand definiert.
Und dann sollte ich da also sitzen und nichts denken? Au weia!

Heute, viele Jahre später, sind genau das die kostbarsten Momente. Das Sitzen, der sich beruhigende Atmen und das Stillwerden der Gedanken, das Schweigen im Kopf und das Öffnen des Herzens.

Es geht nämlich nicht darum, seine Gedanken zu verdrängen, es geht darum, sie wahrzunehmen und ziehen zu lassen – wie Wolken am Himmel.

Heute meditiere ich anders als früher. Ich bin nicht der Meinung, dass es nur auf einem Kissen und mit Räucherstäbchen funktioniert. Es funktioniert auch supergut auf dem Sofa oder im Gartenstuhl. Es funktioniert im Stehen oder Liegen, in der Badewane oder in der Straßenbahn.

Klar, die Hardcore-Dogmatiker unter den Zenshos werden jetzt hier tief durchatmen müssen, aber ich will erkären, warum es auf Zeit, Ort und Körperhaltung nicht ankommt.

Für mich ist Meditation eine Geisteshaltung.

In der Meditation erinnere ich mich daran, dass ich umgeben und durchdrungen bin von einem Energiefeld, das die einen Gott, die anderen die Matrix, das Universum oder die Macht nennen. Ist piepegal, wie wir es nennen, die Quantenphysiker vom Resonace-Project nennen es übrigens Vakuum. Auch gut!

Für mich ist dieses Energiefeld ein riesiger Speicher an Informationen und wir sind – ob wir es wollen oder nicht – in ständigem Austausch damit. Möglicherweise ist unsere DNS sogar der Schlüssel dazu, sich diese Informationen nutzbar zu machen, aber darüber schreib ich ein ander Mal…
Der Punkt ist der: Lassen wir uns ein auf dieses Feld, (ok, vielleicht braucht’s ein Bisschen Übung) dann stellen wir sehr schnell fest, dass wir getragen sind von diesem Feld. Unsere Gedanken beruhigen sich von ganz allein und wir erkennen, es geht nicht um’s Tun, es geht um’s SEIN.

Wir brauchen keine Affirmationen im JETZT, wir müssen nicht visualisieren, unsere Wünsche formulieren und all den ganzen Stress machen, um zu einem erfüllten Leben zu gelangen. Ich weiss, das ist voll IN. Wir wollen alle erfüllt leben und glauben, dass durch Visualisierung und Affirmation zu erreichen. Wir versuchen, unser Unterbewusstsein zu bescheißen, indem wir uns einreden, unser Konto sei voll, wir seien alle Superhelden und eigentlich stehen sowieso nur Models auf uns. Das halten wir dann für den Zustand eines erfüllten Lebens. Oh je! Wirklich? Ist das nicht nur eine Illusion durch die nächste ersetzt?

Ich behaupte, wir SIND bereits erfüllt.

Was uns im Weg stehen mag, ist vielleicht die Bewertung dessen, was wir gerade erleben. Aber schließ doch mal kurz die Augen und nimm zwei, drei Atemzüge. Geht es Dir nicht gut? Hast Du nicht alles, was Du brauchst? Und selbst wenn Du gerade sehr krank bist, was geschieht, wenn Du Dich fallen lässt in dieses Feld? Spürst Du nicht zumindest einfach mal Ruhe und Frieden?

So, und jetzt stell Dir einfach mal Folgendes vor:
Du machst das täglich ein paar Minuten. Du verabschiedest Dich für ein paar Minuten vom Lärm und Krach in der Welt und in Deinem Kopf. Du übst das – ohne Stress. Du lässt Gedanken kommen und gehen, atmest ein, atmest aus und kommst dann an den Punkt, wo Zeit irrelevant wird. Wo Du im JETZT bist. Du bist eins mit der Energie, dem Universum, denn das bist Du, Du kannst Dich dagegen nicht mal wehren. Vielleicht spürst Du das JETZT, Du fühlst diesen Frieden, was glaubst Du geschieht dann?

Wie erwähnt, ist das Universum, oder wie immer Du das Feld nennen magst, ein unvorstellbar großes Feld an Informationen, die in Dich hinein aber auch aus Dir hinaus fließen. Es herrscht eben ein ständiger Austausch. Nun fühlst Du möglicherweise Frieden in Dir, oder Güte, oder vielleicht auch Weisheit, dann ist das doch genau das, was Du selbst als Information in das Universum abgibst. Und was glaubst Du geschieht in dieser Wechselwirkung. Was bewirkst Du damit? Richtig! –  Frieden!

Und was hast Du wirklich getan? Eigentlich nichts, oder? Du hast nichts getan, ausser mit dem Univerum zu kommunizieren. Du hast Frieden, Liebe, was auch immer in Dir gespürt und das hast Du eingespeist in dieses unendliche Feld. Für einen Moment warst Du frei von Angst, von Lärm, von all dem, was die Welt Dir zeigt.

Jetzt stell Dir vor, das machen mehr Menschen. Wie würde sich die Welt wohl verändern, wenn wir alle mehr im JETZT wären und ein Bisschen meditierten?

In diesem Sinne…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Selbsterkenntnis abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Was soll die Meditiererei?

  1. Ina Eben schreibt:

    Hi Stefan!
    Vielen Dank für diesen Beitrag…..ich freue mich, dass Du so manches auf den eigentlichen Punkt bringst, ich mag Deine Art von Auslese, jeder sollte aus den vielen spirituellen Angeboten, das heraus filtern, was ihm dienlich erscheint und ausprobieren.
    Bisher schaffe ich es noch nicht regelmäßig zur Ruhe zu kommen, aber ich weiß, es ist möglich, ob beim Spaziergang, im Liegen, in der Badewanne, es ist nur eine Frage des, wie gelange ich in die Stille, ja und etwas mehr Übung, dann werde ich es auch schaffen.
    Nochmals vielen Dank, Deine Mails frischen meine Gedanken regelmäßig auf !

    LG Ina

    • stefantrumpf schreibt:

      Liebe Ina,
      vielen Dank für dieses wertschätzende Feedback! Wenn meine MAils Deine Gedanken auffrischen udn Dich damit ein bisschen inspirieren, dann hab ich das erreicht, was ich wollte 🙂
      Sei herzliche gegrüsst!
      Stefan

  2. Hallo Stefan!

    Ich finde auch, dass man überall meditieren kann. Sehr gerne nütze ich Wartezeiten. Warten macht mich ganz unrund, damit habe ich es nicht so.

    Nun schlage ich 2 Fliegen mit einer Klappe. Ich warte nicht mehr, denn ich meditiere. Das tut mir gut.

    lg
    Maria

    • stefantrumpf schreibt:

      Liebe Maria,
      das mach ich ganz genauso. Wartezimmer oder Flughäfen, Strassenbahnhaltestellen oder Bahnhöfe sind ein sehr beliebtes „Übungsfeld“ von mir! Danke für diese Ergänzung!
      LG, Stefan

  3. Hermine schreibt:

    Lieber Stefan ( so heißt du doch?),

    ich schreib jetzt einfach mit Du.. Auch ich saß im Dojo und konnte nicht wirklich meditieren. Dabei betrachtete ich nur meinen Meister und seine Gesten beim Meditieren. Denn damals ( nicht mal solange her, 4 Jahren ca. ) wusste ich nicht was meditieren ist. Heute sehe ich es anderes. Langes meditieren davon halte ich nicht viel, lieber kurz und intensiv. Mit die Affirmationen ist bei mir auch nichts drin. Es freut mich, dass ich mit dieser Einstellung nicht alleine bin.

    Liebe Grüße, Hermine

    • stefantrumpf schreibt:

      Liebe Hermine,
      hier sind wir alle per Du. Das finde ich auch gut so. Ich bin auch kein stundenlanger Meditierer. Macht für mich auch nicht viel Sinn. Mir geht es um den Effekt des bewussten Wahrnehmens und der Achtsamkeit. Dazu braucht es nicht viel Zeit.
      Ich ertappe mich aber dabei, dass ich diesen Zustand sehr genieße, dann kann es auch mal länger dauern, aber notwenig ist das wirklich nicht, da bin ich ganz bei Dir.
      Danke für Deinen Besuch und Deinen Kommentar!
      LG,
      Stefan (ja, so heiss ich 😉 )

  4. birgit schreibt:

    Lieber Stefan, Danke für deinen Artikel,
    anbei ein link zu einer spannenden Sache, die du auch kurz angeschnitten hast- vielleicht findest du das ja auch interessant- was nämlich in diesem Zustand der Entspannung tatsächlich in unserer Physiologie- bis zur DNA- passiert! Immer wieder schön alt Bewährtes wissenschaftlich untermauert zu sehen!
    Lg Birgit
    http://www.sciencealert.com/world-first-evidence-suggests-that-meditation-alters-cancer-survivors-cells

    • stefantrumpf schreibt:

      Liebe Birgit,
      vielen Dank! Ich kenne die Seite auch und für mich ist es auch immer wieder spannend, was die Wissenschaft inzwischen alles belegen kann, was auf spiritueller Seite eine Selbstverständlichkeit ist. Ich gleiche bei meiner Arbeit immer auch ab, wo die Wissenschaft inzwischen steht, da es viele Menschen gibt, die sich sicherer fühlen, wenn es auch von dieser Seite Zuspruch gibt 🙂
      Herzliche Grüße,
      Stefan

  5. Nephtyis schreibt:

    Lieber Stefan, dass ist der BESTE Beitrag den man zur Meditation schreiben kann. Es geht nicht um das schmückende Beiwerk( dass einem natürlich helfen kann sich einzustimmen etc) sondern es geht um sich selbst, dass hier und jetzt egal wo. Frieden und Glück findet man eben nur in sich und das immer und überall, wenn man bereit ist diesen zuzulassen und das geht ganz ohne Klimbim und Hokus Pokus 🙂 Liebe Grüße

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s