Weise Sprüche auf Facebook, die Erste

Weise Sprüche 1Du kennst das: Du öffnest Facebook, möchtest wissen, wie es Deinen Freunden und Bekannten geht, ob es vielleicht irgendetwas Interessantes gibt und was passiert?

Du wirst überflutet mit tollen Bildchen und weisen Sprüchen.
Jeder wird auf einmal zum Weisheitslehrer und gibt Ratschläge, weist uns darauf hin, wie es geht, damit wir endlich glücklich sind und es auch mit der Liebe, dem Leben und der Kohle richtig klappt.

Und wenn ich mir dann die Menschen ansehe, die diese Sprüche posten, frage ich mich ganz oft, ob sie denn all das schon so für sich erledigt haben, was sie da so enthusiastisch posten.

Sind wir alle erlöst und erwacht? Haben wir es alle geschafft, uns aus Verstrickungen zu lösen, dem System zu entfliehen, aus dem Hamsterrad auszusteigen?
Praktizieren wir denn, was wir predigen? Oder predigen wir Wasser, saufen aber weiterhin Wein?

Ja! Viele Sprüche sind echt schön, bringen Wahrheit und Klarheit zum Ausdruck. Und wenn es in mir nicht etwas gäbe, was damit in Resonanz geht, dann würde mich der Spruch ja auch nicht berühren.

Doch seien wir mal ehrlich. Wenn wir wirkliche Erkenntnis erreichen wollen, dann kommen wir nicht darum herum, uns die Frage zu stellen, warum uns dieser Spruch so inspiriert und welcher Teil in uns damit wirklich in Resonanz geht.

Ist es am Ende eine alte Verletzung? Ist es ein Gefühl der Minderwertigkeit, das uns hinzieht zu diesem Spruch? Habe ich es immer noch nicht überwunden, dass mich mein(e) letzte(r) PartnerIn verlassen hat? Spüre ich noch immer den Stachel des Verrates?

Wir sind ganz schnell dabei, Dinge nachzuplappern, weil wir sie richtig finden, weil wir den Typen oder die Dame, die sie gesagt haben cool finden. Aber ich finde – und Du darfst mich gern korrigieren – bevor wir mit weisen Sprüchen um uns werfen und uns den Anschein geben, zu den Erwachten zu gehören, schauen wir doch bitte zuerst in unsere eigenen Abgründe, begegnen wir der Dunkelheit in uns, akzeptieren wir unsere Schatten und überwinden wir sie. Dann können wir auch guten Gewissens Empfehlungen aussprechen. Denn nichts anderes sind ja all die Sprüche…

In diesem Sinne…

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10 Antworten zu Weise Sprüche auf Facebook, die Erste

  1. Jeanette Franz schreibt:

    Danke, ja…Das denk ich mir mittlerweile ganz oft.
    Mir scheint, der Mensch braucht aber ein Hamsterrad…
    Wenn das alte nicht mehr so rund läuft nimmt man halt ein neues… und verliert sich wieder. Schade,dass wir unserer Intuition nicht mehr glauben und diese durch “Lehrer“ ersetzen.
    Viel zu oft wird mit den Wünschen der Gesellschaft Geld verdient, in diesen Zeiten der Unsicherheit ein lohnendes Geschäft… Ich hoffe aber, dass das eigentliche “Erwachen“ in jedem erfolgt. Nämlich dann, wenn jeder wieder auf seine innere Stimme, seine Instinkte, sein selbst hört.

    Liebe Grüße, Juna Jeanette

    • stefantrumpf schreibt:

      Liebe Juna Jeanette,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ist das wirklich so? Brauchen wir ein Hamsterrad? Können wir am Ende gar nicht frei sein? Und wenn ja, warum? Interessanter Gedanke…
      Wo ich Dir natürlich nur zustimmen kann, ist, dass die innere Stimme, unsere Intuition der Wegweiser in ein Erwachen ist.
      Diese Seite soll ganz besonders dazu animieren, diese Stimme in sich zu finden und ihr zu folgen…
      Liebe Grüße auch an Dich!
      Stefan

  2. Iris schreibt:

    Es gibt Phasen, in denen ich gerade diese Sprüche und weisen Worte teile, um mich immer an diese Weisheit zu erinnern. Ab dem Moment, in welchem ich es beginne zu leben, ab da wo ich diese Weisheit ins Gefühl bekommen habe, brauche ich es nicht mehr dauernd zu erinnern. Wenn dein Bekanntenkreis nun vielleicht gerade dabei ist, sich an diese Weisheiten erinnern zu wollen, wenn sie sich wünschen, so fühlen oder dem Rat folgen zu können, was hindert dich, mit Empathie und Mitgefühl hinzuschauen, ohne genervt zu sein? Oder, simple Variante, die Benachrichtigungen abzustellen. ❤

    • stefantrumpf schreibt:

      Liebe Iris,
      zunächst einmal vielen Dank für Deinen Kommentar und dafür, das Du Dir die Zeit genommen hast, meinen Beitrag zu lesen.
      Ich fürchte aber, Du hast da etwas missverstanden:
      Ich kritisiere niemanden mit meinem Beitrag. Er bezieht sich auch nicht nur auf meine Bekannten, sondern auf ein allgemein zu beobachtendes Phänomen.
      Ich bin auch keineswegs genervt.
      Wenn Du den Beitrag noch einmal liest, wirst Du feststellen, dass ich die Weisheiten nutze, um selbst nachzudenken.
      Und genau das ist es, was ich anregen möchte: Tief in sich zu forschen, was es ist, was mich bewegt, warum mich dieser Spruch berührt. Was klingt da in mir.
      Du nutzt sie, um Dich zu erinnern. Das ist toll.
      Andere tun das bestimmt auch.
      Wieder andere reden halt einfach nur klug daher…
      LG,
      Stefan

  3. Sonja Adank schreibt:

    …so ist es 😉 …ich schreibe selbst gerne Texte/Sprüche und es sind meistens Themen, die gerade bei mir selbst oder in meinem nächsten Umfeld „aktuell“ sind. Für mich die wohl beste Art, um in Bewusstheit ein Thema anzugehen, das heisst -annehmen, ausleben mit allen Gefühlen, denn dann kann ich es letztendlich sein-lassen 🙂 …herzliche Grüsse

    • stefantrumpf schreibt:

      Liebe Sonja,
      danke für Deinen Beitrag. Das ist sicher auch eine Art, sein Denken und seine Erkenntnisprozesse auszudrücken. Wie Du siehst, praktiziere ich das ähnlich 🙂
      Herzliche Grüße auch an Dich!
      Stefan

  4. Tristan Rosenkranz schreibt:

    Mein Blog ist mit seinen Zitaten mein Resonanzkörper und hinterfragt mit Zitaten oft das Innen UND Außen. Als Prozeß, als Idee, als Licht am Horizont… Bei Facebook ist das sicher oft auch Wunschdenken der Zitierbildverbreiter…

  5. willow4266 schreibt:

    „wenn ich mir dann die Menschen ansehe, die diese Sprüche posten, frage ich mich ganz oft, ob sie denn all das schon so für sich erledigt haben, was sie da so enthusiastisch posten.“

    Hm. Hat irgendwer je behauptet, man dürfe nur Sprüche weiter verbreiten, wenn man die Thematik bereits abgearbeitet hat?

    Ich sehe das so, dass ich (und wahrscheinlich die allermeisten anderen) immer noch Suchende und hoffentlich Findende nach und auf ihrem jeweiligen Weg sind. Und so ein Spruch kann dann für eine Weile ein ganz hilfreicher Wanderstab sein.

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