(M)ein Statement gegen Rechts – Die Amokfahrt von Graz und wie sie instrumentalisiert wird…

AntifaTag 1 nach der Amokfahrt gestern in Graz. Es fehlen einem die Worte und mein Mitgefühl ist bei den vielen, die trauern, die wütend sind und vielleicht soagr immer noch Angst haben, aber auch bei denen, die sich sorgen, ob es ihren Liebsten wohl gut geht.
Doch darum geht es heute nicht. Ich hatte mir eigentlich auch geschworen, nicht politisch zu werden, aber ich glaube, heute muss es sein. Warum? Darum:

Die Stadt ist noch im Ausnahmezustand, die vielen Emotionen der Menschen suchen ein Ventil. Die Trauer, die Wut über eine solche schreckliche Tat will hinausgeschrien werden, sie braucht eine Richtung, das Gewitter will sich entladen.
Und da ist es ja sonnenklar, das gewisse rechtspopulistische Menschen in Österreich die Stimmung für sich ausnutzen und das Ereignis für ihre verdrehten, politischen Ziele missbrauchen.

Und so dauerte es auch gar nicht lange, bis dann der mögliche Migrationshintergrund des Amokfahrers ausgeschlachtet wurde. Ich könnte kotzen!

Aber natürlich trifft man den Nerv. Die Stimmung ist angeheizt und so kann man dann sehen, wie die sogenannten Social Media gar nicht mehr so social sind, sondern immer mehr zu nationalsocial verkommen. Und das Schlimmste daran: Auch die, die sich zu Recht empören und ihre Missbilligung zum Ausdruck bringen wollen, helfen kräftig mit, die menschenverachtenden Hasstiraden und Parolen zu verbreiten.

Wie das zusammenpasst?

Ganz einfach! Wir teilen diese Beiträge munter bei Facebook & Co. und drücken beim Teilen natürlich aus, wie sch*** wir das, den oder die … finden. Fakt ist aber: energie folgt der Aufmerksamkeit. Je öfter wir solche Bilder posten, desto schneller verbreitet sich die Botschaft, so lange, bis sie auch noch den letzten Trottel und Stammtischfaschisten erreicht hat.
es nützt nichts, dass wir dazuschreiben, wie daneben wir das alles finden, wir tragen alle dazu bei, dass sich die Botschaft verbreitet. Diese Typen und Ihre Tweets, Postinges etc. sind wie eine Grippe; die fiunde ich auch blöd, aber mit jedem Huster und Nieser trag ich zur Verbreitung bei!

Natürlich dürfen wir nicht schweigend zusehen, wie menschenverachtendes Material die Runde macht. Aber wir sollten, meiner Meinung nach lernen, anders damit umzugehen.
Bieten wir diesen Menschen doch nicht noch zusätzlich eine Plattform indem wir brav ihre Inhalte teilen. Isolieren wir sie, lassen wir nicht zu, dass sich ihre Botschaft weiter verbreitet. Löschen wir ihre Beiträge wo wir können. Begenen wir ihren Hasstiraden mit gesundem Menschenverstand und Mitgefühl. Wir lesen, dass der Amokfahrer möglicherweise gebürtiger Bosnier ist, ok, dann denken wir doch mal drüber nach, wer aus unserem Bekanntenkreis auch Migrationshintergrund hat und von uns sehr geschätzt wird. Setzen wir positive Zeichen, indem wir Solidarität zeigen. ja und selbst wenn wir den Faschisten auch nur so ein dämliches Katzenvideo für den weltfrieden entgegensetzen, ist das besser, als ihre Postings zu teilen und unsere Empörung darüber kundzutun. Hören wir doch bitte auf, uns von denen instrumentalisieren zu lassen.

Zeigen wir ihren Parolen den Finger und posten dafür unsere eigene Botschaft des Friedens, der Toleranz und der Verständigung.

In diesem Sinne…

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Eine Antwort zu (M)ein Statement gegen Rechts – Die Amokfahrt von Graz und wie sie instrumentalisiert wird…

  1. autorinkristina schreibt:

    Gut gebrüllt Löwe.

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