Spiritualität für Männer

Ich bin ja gespannt, was Du nach dem Lesen dieses Artikels sagst.

AdlerSeit ein paar Monaten schon beschäftigt mich dieses Thema und nach viel Beobachtung und Reflektion habe ich mich entschlossen, darüber im Rahmen dieses Blogs zu schreiben. Ich wollte nicht nochmal etwas Neues anfangen und da dieser Blog sich ja mit gelebter Spiritualität beschäftigt, fand ich, dass es eine gute Plattform ist, auch darüber zu schreiben:

Männer und Spiritualität bzw. eben Spiritualität für Männer.

So wird in unregelmäßigen Abständen zu diesem Thema hier bei mir ein Artikel dazu erscheinen. Aber auch wenn Du zum weiblichen Teil meiner Leserschaft gehörst – und ich vermute, damit auch zum größeren – hör bitte nicht auf zu lesen, denn ich bin sicher, Du kennst den einen oder anderen Mann und vielleicht erkennst Du ihn ja hier wieder oder kannst ihn möglicherweise sanft mit der Nase auf diese Seite stoßen – wir Männer brauchen ja oft etwas länger…zumindest, was das Thema Spiritualität angeht.

Es ist sicher kein Geheimnis, dass das Thema Spiritualität in erster Linie eine weibliche Domäne ist.
Besucht man als Mann Vorträge, Workshops oder Seminare auf diesem Sektor, ist die Mehrheit der weiblichen Teilnehmerinnen erdrückend! Und ganz ehrlich, liebe Männer, wenn wir nicht bald in die Pötte kommen, dann sind uns die Mädels meilenweit voraus in ihrer Entwicklung und wir haben nicht mal mehr den Hauch einer Chance zu verstehen, wovon sie reden. Und geben wir’s zu, das fällt uns manchmal schon schwer, wenn wir alltägliche Themen disktuieren.

Doch um dies gleich klarzustellen: Ich habe nicht vor, aus der spirituellen Entwicklung einen Wettkampf zu machen.
Was ich möchte, ist, Männern die Angst nehmen, sich mit diesen Themen zu beschäftigen.
„Was?! Ich und Angst?! Ha! Lächerlich!“, wirst Du jetzt möglicherweise sagen – falls Du ein Mann bist. Ja, nee, ist klar. So ist das auch nicht gemeint. Der Punkt ist doch der: Wir Männer haben andere Herangehensweisen an das Leben. Wir sehen Dinge anders, oftmals pragmatischer, ohne den ganzen Schischikram den die Damenwelt so gerne hat. Und ich geb’s zu, ich kann trotz aller Verbundenheit zu geistigen Themen mit rosa Einhörnern auch nix anfangen.
In der Regel sind wir Männer gradliniger, direkter. Wenn wir uns wirklich als Mann annehmen und fühlen, brauchen wir – wenn wir ehrlich sind – nicht viel zum Leben. Unsere Wohnungen sind spartanisch und funktionell eingerichtet, wenn wir meditieren, reicht eine Kerze und ein Kissen – ok, lass die Kerze weg. Und hey, das ist doch auch gut so. Wer sagt denn, dass aus allem gleich ein Ritual werden muss? Machen wir’s doch auf unsere Art. Aber bitte machen wir uns auch wieder mal klar, was eigentlich unsere Art ist. Und dann tun wirs bitte auch!

Die Angst, die wir Männer möglicherweise haben, uns mit Spiritualität zu beschäftigen, ist die, als weibisch oder vielleicht sogar schwul dazustehen, wenn wir es tun und dazu auch noch stehen. Und das liegt schlicht daran, dass die meisten aktuellen Experten auf diesem Gebiet eben ExpertINNEN sind. Ja, es gibt männliche Experten und Lehrer, aber oft haben sie bei Frauen gelernt. Und bitte versteh mich richtig: wo wären wir – besonders im Deutschen Sprachraum – ohne eine Daniela Hutter, eine Susanne Hühn oder eine Jeanne Ruland, aber eben auch eine Doreen Virtue, Diane Cooper, oder Byron Katie. Und wer hat „the Secret“ zusammengetragen? Jungs, ich sag’s nur ungern, aber das war auch eine Dame. Und ich bin all diesen Damen (und noch einigen mehr) sehr dankbar, denn sie haben spirituelles Denken nicht nur populär sondern auch lebendig und alltagstauglich gemacht und formuliert. Und was nützt es, auf dem spirituellen Weg zu sein, es aber nur als Hobby zu betrachten, über das man im besten Fall mit seinen engsten Vetrauten spricht, es aber im Alltag nicht erkennen lässt?!

Kann es sein, dass wir Männer unseren eigenen, männlichen Zugang zu all den Themen der Spiritualität erst (wieder) entdecken müssen?
Wenn wir in die Geschichte schauen, gab es so oft weise Männer wie es weise Frauen gab. Es gab/gibt MedizinMÄNNER, Schamanen, Druiden, Zen-Meister, etc.pp. Das waren/sind ja alles auch keine verweichlichten Spinner sondern echte Kerle. Wir Männer haben vollkommen verlernt, uns auf unser Mannsein zu berufen und stolz darauf zu sein, weil wir Angst haben, gleich als Macho verschrien zu sein.

Aber ganz ehrlich Männer, ohne echte männliche Energie und dem bewussten Umgang damit sind wir keine Männer.

Mit der (Gott sei Dank) stattfindenden Wiederserstarkung des Weiblichen haben wir Männer möglicherweise vergessen, was es heisst, wirklich ein Mann zu sein – und bitte, ich rede nicht von Fussball, Bier, Porno und Formel 1. Ich rede von einem tiefen, erdigen Selbstverständnis als Mann. Ich rede von uns als spirituellen Kriegern, von Energie, Initiative und dem Bewusstsein, dass auf dieser Erde immer noch zwei Energieströme gelten: männlich UND weiblich. Das eine ist ohne das andere im Ungleichgewicht und deswegen, liebe Männer, braucht es uns als Männer und nicht als Kopisten weiblicher Ideen. Und nochmal: ich möchte keinesfalls zu einem erneuten Geschlechterkampf aufrufen, im Gegenteil. Es geht mir um Ergänzung. Wir Männer dürfen unseren ureigenen Weg zur spiritualität wieder finden, uns wieder mit den männlichen Atributen der Spiritualität auseinandersetzen und eine männliche Spiritualität leben. Wie die aussehen kann, möchte ich in unregelmäßigen Abständen hier veröffentlichen und damit zur Diskussion stellen.

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12 Antworten zu Spiritualität für Männer

  1. Robert Stein schreibt:

    Bin sehr gespannt, lieber Stefan und freue mich dabei zu sein. Ein Thema, was sich, wie alle anderen auch, nur lebendig erfahren läßt.
    alles Liebe dir und bis bald
    Robert

  2. Robert Stein schreibt:

    Ich finde es interessant, dass du jetzt den Impuls zu diesem Thema hast, lieber Stefan. Es ist sehr präsent in diesen Tagen und so hat sich für mich gezeigt, dass ich mehr Kontakte zu Männern habe als zuvor und gleichzeitig weniger Begegnungen mit Frauen …
    Ich stell das hier einfach mal in den Raum.

    2011 hatte ich schon einmal den Impuls Männer einzuladen sich ihrer Rolle in dieser Zeit bewußt zu werden, vor allem wollte ich mir selbst bewußter darüber werden. Damals hab ich eine Website ins Leben gerufen, die http://www.männerherzen.net heißt. Sie ist lange nicht aktualisiert worden, aber ich hab sie im Netzt gelassen. Manches davon was ich dort geschrieben und vermutet habe sehe ich heute etwas anders, das meiste spiegelt nach wie vor wieder wie ich es wahrnehme. Vielleicht magst du dort ja mal schauen. Schönes Wochenende dir

    Robert

    • stefantrumpf schreibt:

      Du wirst lachen Robert, aber ich trage das Thema an sich auch schon länger mit mir rum, aber ich habe den Eindruck, ich war noch nicht „reif“. Die Begegnungen und Erlebnisse der letzten Monate aber haben mich sozusagen mit der Nase drauf gestossen, dass es jetzt Zeit ist.
      Ich weiss noch nicht, wohin dieser Zug fährt, aber dass er sich in Bewegung gesetzt hat empfinde ich als sehr befreiend.
      Gerne werde ich Deiner Seite einen Besuch abstatten.
      Herzliche Grüsse,
      Stefan

  3. Tina Peel schreibt:

    Supertreffend formuliert, Stefan!

  4. Sólveig schreibt:

    Es ist schön, dass sich mal jemand diesem Thema annimt. Es ist nämlich komisch als Frau über Männer-Spirit zu schreiben (andersrum genauso). Darum hab ich’s gelassen.

    • stefantrumpf schreibt:

      Ja nu. Ich bin noch unschlüssig, wie ich damit weiter verfahre, weil mir definitiv jemand gerade versucht, hier das Wasser abzugraben… Was ich ehrlich gesagt nicht so toll finde. Ich recherchiere und schreibe und jemand anders übernimmt das 1 zu 1 und verkauft es als seins. Das hab ich so nicht auf dem Schirm gehabt… Trotzdem danke für Dein Feedback, ich fand das nämlich auch immer seltsam, wenn Männer versuchen, Frauen zu erklären, wie sie ihre Weiblichkeit optimal leben…

      • Sólveig schreibt:

        Oh, das ist übel :-/ du meinst so richtig 1zu 1? Das ist doch eine Copyright-Verletzung. Kannst du dich nicht an den Blogbetreiber der Person wenden und das melden?

      • stefantrumpf schreibt:

        Ja das ist echt ärgerlich. Die Person macht das aber recht geschickt und nicht in Blog-Form. Daher ist es schwierig, da rechtlich oder wie auch immer vorzugehen.
        Ich hab ja jetzt erst Mal nen Artikel dazu geschrieben. Den über die Marktschreier. Da hat es in der Esoszene grade ziemlich gerumpelt, glaub ich 😉

  5. Thorsten schreibt:

    Hallo Stefan,
    Du sprichst mir aus der männlichen Seele. Veranstaltest Du Workshops, Gesprächstreffen oder anderes zu diesem Thema?

    • stefantrumpf schreibt:

      Lieber Thorsten,
      vielen dank für Dein Feedback.
      Ich habe mich aus der Veranstaltungsorganisation komplett zurückgezogen, bin aber für Vorträge, Workshops und Seminare – auch zu diesem Thema – jederzeit buchbar.
      Solltest Du also jemanden kennen, der Interesse daran hat, einen Workshop in dieser Richtung zu veranstalten, dann bin ich absolut offen dafür.
      Über eine persönliche Nachricht an mich kann man den Kontakt herstellen und dann über alles weitere, wie Ort, Zeit, Dauer, Inhalt, Honorar etc. sprechen.
      Ich danke Dir auch sehr für Dein Interesse!
      Herzliche Grüße,
      Stefan

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