Du bist das Licht!

LichtGleich vorab: Ich werde mir nicht untreu und falle ins rosarote Zuckergussschema all derer, die uns mit Licht und Liebe – Gequatsche davon abhalten, uns mit uns selbst und damit wirklichem Wachstum auseinanderzusetzen.

Ich habe aber dieses Lied vor ein paar Tagen zum ersten Mal gehört, dort allerdings gesungen von Xavier Naidoo im Rahmen eines Tauschkonzerts wo er sich dieses Lied von Gregor Meyle ausgesucht hatte. Und ich darf sagen, es hat mich berührt. es hat mich so berührt, dass ich dachte: darüber schreibst Du was.

Nicht, dass ich jetzt einen Artikel über Herrn Meyle schreiben müsste, das überlasse ich Musik-Journalisten und denen, die sich dafür halten. Mir geht es eher um den Inhalt des Liedes. Und ich finde, es passt auch ganz gut zu Pfingsten, das ja gerade in den letzten Zügen liegt – für dieses Jahr. Pfingsten, das Fest, an dem offiziell der Heilige Geist über die Jüngerschar Jesu ausgegossen wurde, damit sie ermächtigt wären, das Evangelium, also die frohe Botschaft, zu verkünden… Ja nu…

Auch diese Geschichte ist für mich mal wieder „nur“ eine Geschichte, die uns erzählt wird, damit Menschen sich selbst eine Legitimation geben, andere zu „unterrichten“. Sie fühlen sich ermächtigt, ihre Version der Geschichte als Wahrheit zu verkaufen, denn schließlich hat Gott ja über sie den Heiligen Geist ausgeschüttet und über all die anderen nicht.  – Bullshit!!!

Wir alle – ohne Ausnahme – sind, jedenfalls nach meinem Empfinden, vom gleichen göttlichen Funken besselt. In uns allen lebt dieser Geist. Das einzige, worin wir uns allerdings möglicherweise unterscheiden, ist die Frage: Sind wir uns dieses Funkens, sind wir uns des Geistes (Heilig?) bewusst oder nicht?

Und genau das ist es, was Gregor (ich sag jetzt einfach mal Gregor) uns in seinem Lied auf ganz wunderbare Weise mitgibt.

Du bist das Licht! – ganz egal, ob dir das jetzt klar ist, oder nicht.

Wenn das Leben mal wieder nicht ganz so läuft, wie wir uns das vorstellen, wenn wir wieder richtig die Fresse voll kriegen und alles drunter und drüber geht, wenn wir uns mit unseren Liebsten ständig in die Wolle kriegen und eigentlich mit der Großkalibrigen um uns schießen könnten, dann sehen wir dieses Licht nicht. Ich weiß genau, wie das ist. Ich habe ein sehr rebellisches Naturell und ich lass mir wirklich nicht gern vor den Koffer … na Ihr wisst schon! Auch ich gerate dadurch immer wieder in Situationen, wo ich mir sage: Da ist kein Licht – nicht hier und heute! Das heißt aber nicht, dass es nicht da wäre. Denn spätestens nach ein paar Minuten schaltet sich dann mein kontrollierter Verstand ein, wird wieder zu dem Werkzeug, zu dem er bestimmt ist, und schaltet die roten Alarmlämpchen aus, fährt den Kessel runter und macht damit Platz für das Licht. Dieses Licht ist kein Licht, das von außen auf uns scheint und uns erhellt. Nein, es ist das Licht, das in uns lebt und uns (Achtung!) erleuchtet!

Wir alle sind erleuchtet, wir alle sind das Licht, wir haben es nur vergessen. Wir können es manchmal gar nicht begreifen, weil wir mit den Schwierigkeiten in und um uns so beschäftigt sind, dass wir den Glauben verlieren, dieses Licht sein zu können. Wir sind so damit beschäftigt, uns durch die Augen der Anderen zu sehen und uns elbst zu bewerten, dass wir dabei übersehen, dass wir uns damit selbst ins Aus manövrieren und uns von dem Licht trennen, dass da in uns ist.

Und für all diejenigen unter meinen Lesern, denen das immer noch zu esoterisch ist, was ich sage, denen sei ein kurzer Blick in Richtung Quantenphysik angeraten, wo ziemlich genau, aber für diesen Artikel gerade mal zu ausschweifend und kompliziert dargelegt wird, dass wir auch – rein physikalisch gesehen – tatsächlich Licht sind.

Vielleicht können wir also zwischen Eisessen und Schwimmbad oder Baggersee einmal kurz innehalten. Vielleicht gelingt es uns für ein paar Minuten in die Stille zu gehen und damit dem Licht in uns wieder den Raum zu geben, den es verdient. Nicht für mich, nicht für unseren Nachbarn – für uns selbst. Denn zu allererst leuchten wir für uns. Uns tut die Erleuchtung am Besten! Und wir erinnern uns am Besten an sie in der Stille. Erleuchtung ist kein Zustand, der von außen impliziert, ausgelöst oder gelehrt werden kann. Erleuchtung ist ein Weg des Erinnerns. Und der Weg führt nach innen.

Hören wir auf, uns etwas Anderes erzählen zu lassen. Schicken wir diejenigen nach Hause, die von sich behaupten, nur in ihnen brenne ein Heiliges Feuer. Erinnern wir uns daran, dass in unserem Gegenüber derselbe Heilige Geist wohnt, wie in uns, auch, wenn wir gerade gezeigt bekommen, dass dieser Geist momentan im Urlaub zu sein scheint. Hören wir auf, Gott (oder wie auch immer Du das Alleine, das Universum, das Vakuum … nennen möchtest) im Außen, in Symbolen oder Zeichen, in Bildern oder überhaupt außerhalb von uns zu suchen. Geben wir dem Licht eine Chance zu leuchten, indem wir das Fenster zu unserem Herzen, zu unserer Seele öffnen und machen wir uns klar. Wir sind das Licht!

gregor-meyle-du-bist-das-licht

Danke an Gregor Meyle, dass er uns auf diese so leichte Art und Weise immer wieder daran erinnert.

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4 Antworten zu Du bist das Licht!

  1. corneliastessl schreibt:

    Sehr schön geschrieben – da fällt mir die Sache mit der Sonne und der Wolke ein – auch wenn die Wolke vor der Sonne ist und man sie nicht sieht, ist sie trotzdem da!
    Auch wenn Krankheit da ist, ist auch die Gesundheit da! Auf was lenken wir unsere Wahrnehmung?
    🙂 Alles Liebe Cornelia

  2. autorinkristina schreibt:

    Nein, wir bekommen dieses Licht nicht im Außen, von Auserwählten.
    Es in der Stille der Meditation zu finden, ist nicht schwer. Das Licht, einmal in der Stille gefunden, im täglichen Leben (er)leuchten zu lassen, in den Momenten, da die Hand nach der „Großkalibrigen“ greifen will – das ist echte Spiritualität, wahre LebensKunst.
    Danke für dieses berührende Lied und deinen ebenso berührenden Artikel, Stefan.

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